Oswald Miedl

15. Okt - 07. Nov 2021

Zeichnen … bis heute
17. Oktober bis 7. November 2021

Eröffnung 15. Oktober 2021 19.00 Uhr
Es spricht Frau Mag. Andrea Bina, Leiterin des Stadtmuseums Nordico Linz

OSWALD MIEDL.
geb. 1940, Studium an der Akad. der bildenden Künste und Univ. Wien, 1965 Diplom Akad. Maler, Lehrtätigkeit an der Päd. Akad. der Diözese Linz, an der Akad. der bildenden Künste Wien, Univ. Passau (Kunst-Lehrstuhl)

Foto Reinhard Winkler

ZEICHNEN   …BIS HEUTE

Galerie Schloss Puchheim

17. Oktober bis 7. November 2021

Eröffnung 15. Oktober 2021   19.00 Uhr

Es spricht Frau Mag. Andrea Bina, Leiterin des Stadtmuseums Nordico Linz

Obwohl Oswald Miedl Malerei studierte und sich während dieser Jahre mit Farbe und Abstraktion beschäftigte, ist er seit etwa 1972 ausschließlich Zeichner mit Schwarz auf Weiß (Kreidezeichnungen und Kreidelithografien).

Die Ausstellung zeigt zunächst eine ganz knappe Auswahl seiner frühen Zeichnungen: Still-Leben und Baumlandschaften. Der Tschernobyl-Schock hatte deren Ende bedeutet.

Das Hauptmotiv seiner Zeichnungen ist seitdem die Erdkruste: Stein, Fels, Berg und Gebirge. Dies gilt auch für die Ausstellung. – Wanderungen und betrachtungs-intensive Aufenthalte in entsprechender „Natur“ (Totes Gebirge, Atlas Marokkos, Rocky Mountains…) sind die Grundlage.Allerdings werden nicht topografische Ansichten wiedergegeben, sondern im Atelier entstehende „Improvisationen“, bei denen der phantasievolle Umgang mit dem „Nur-Grafischen“ (Punkt, Linie, Struktur, Hell-Dunkel) eine Symbiose eingeht mit Gesehenem, Beobachtetem, Erahntem und Erinnertem der Natur. Auch Steine im Atelier von Oswald Miedl bieten Anregungen.

Fernsicht suggeriert dabei Körperhaftigkeit und Räumlichkeit (Gegenständlichkeit), Nahsicht führt zu eindrucksvollen grafischen Liniensystemen, die gewissermaßen „abstrakt“ wirken.

All diese durch Bewegung entstandenen Aufbau-, Wachstums-, Verwitterungs- und Abbaustrukturen sind auch in Baumrinde und zerfallendem Holz, fließendem Wasser, ziehenden Wolken, in mikroskopischen Bildern von Gewebeschnitten… zu erkennen: im ganz Großen wie im ganz Kleinen. -Das Bleibende ist jedoch der Wandel. Alles zufällig und wirr Erscheinende mündet letztlich in eine große, geheimnisvolle Ordnung.

Der Großteil der gezeigten Zeichnungen ist in den letzten beiden Jahren entstanden, auch in allerjüngster Zeit. Sie sind sehr unterschiedlich groß: vom Postkartenformat bis zu zwei Meter-Dimensionen. – 

Die Zeichnung ist ja ungemein leicht handhabbar – und letztlich doch ein sehr extravagantes, anspruchsvolles Medium: für Künstler wie Betrachter; leise und dezent wie Kammermusik, und auch sensible Aufzeichnung geistig-seelischer Regungen.

OSWALD MIEDL

geb. 1940, Studium an der Akad. der bildenden Künste und Univ. Wien, 1965 Diplom Akad. Maler, Lehrtätigkeit an der Päd. Akad. der Diözese Linz, an der Akad. der bildenden Künste Wien, Univ. Passau (Kunst-Lehrstuhl)                                                                                                                                                                Seit 1981 zahlreiche Einzelausstellungen und -Beteiligungen in Österreich, Deutschland, Tschechien, Ungarn, Italien, USA und Japan                                                                                                                                                  Mitglied des Kunstvereins Passau und des OÖ Kunstvereins